Aufgaben und Versorgungsschwerpunkte des Zentralinstituts
für Laboratoriumsmedizin am Krankenhaus Nordwest
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Klinische Chemie und klassische Laboratoriumsmedizin
Die moderne Laboratoriumsmedizin gliedert sich in ihre klassischen Teilgebiete Klinische Chemie, Hämatologie, Mikrobiologie, Immunologie, Hämostaseologie und Transfusionsmedizin. Fortschrittliche Entwicklungen in den modernen Biotechnologien haben der Laboratoriumsmedizin in den letzten Jahren in vielen Bereichen erhebliche Erkenntnisgewinne und substantielle methodische Neuerungen bei den diagnostischen Nachweistechniken beschert. Dementsprechend haben sich Quantität und Qualität labormedizinischer Analytik erheblich gesteigert. Tatsächlich trägt die Laboratoriumsdiagnostik derzeit in bis zu 70% der Fälle wesentlich bis ausschließlich zur ärztlichen Diagnosestellung bei. Die nachfolgende Zusammenstellung vermittelt einen Überblick über das moderne und umfassende diagnostische Leistungsspektrum des Zentralinstituts für Laboratoriumsmedizin am Krankenhaus Nordwest:
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Klinische Chemie
Untersuchungen laboratoriumsmedizinischer Parameter im Blut, Urin und Punktaten zur Diagnostik von Entzündungen, systemischen Erkrankungen, Organ- und Stoffwechselerkrankungen. Diese werden automatisiert innerhalb kürzester Zeit - bei akuten Ereignissen wie dem Herzinfarkt sogar innerhalb von weniger als 30 Minuten - durchgeführt. Dazu werden mechanisierte Analysesysteme genutzt.
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Hämatologie
Erstellt wird das Blutbild zur Diagnostik der Anämie, Entzündungen, Leukämien und einer erhöhten Blutungsbereitschaft. Hämatologische Untersuchungen sind besonders wichtig zur Verlaufsbeurteilung bei Tumorpatienten unter Chemotherapie. Kleinste Mengen an Blutproben werden zur pränatalen Anämiediagnostik eingesetzt. Besondere Expertise besitzt das Institut in der Diagnostik des funktionellen Eisenmangels, inkl. Therapieempfehlungen für Patienten mit chronischen Entzündungen und malignen Tumoren.
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Hämostaseologie
Es handelt sich um Untersuchungsverfahren, bei denen die Gerinnbarkeit des Blutes mittels Globaltests, die Gruppen von Gerinnungsfaktoren erfassen, oder durch die Bestimmung von Einzelfaktoren der Blutgerinnung mit mechanisierten Analysensystemen untersucht werden. Für Patienten mit gehäuften Thrombosen wird ein spezielles Thromboseprogramm vorgehalten zur Diagnostik erblicher Faktoren, die in ca. 30% der Fälle die Ursache einer Thrombose sein können. Mit speziellen Analysenverfahren wie der Thrombozytenaggregometrie wird die Einschränkung der Plättchenfunktion durch Medikamente wie Aspirin oder Clopidogrel kontrolliert.
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Immunhämatologie und Transfusionsmedizin
Dieser Teil der Laboratoriumsmedizin umfasst die Bestimmung der Blutgruppen und anderer Erythrozytenmerkmale, die Untersuchung auf reguläre und irreguläre Antikörper sowie die Kreuzprobe zur Prüfung der Verträglichkeit des Empfängerblutes mit dem des Spenders. Diese Untersuchungen sind die Basis für die Bereitstellung von Erythrozytenkonzentraten im Rahmen von Transfusionen für operative Patienten sowie Tumorpatienten mit niedrigem Hämoglobinwert unter Chemotherapie. Am Vortag des Operationstages sowie akut im Tagesverlauf werden für den Patienten vom immunhämatologischen Labor Blutkonserven bereitgestellt. Alle wesentlichen Untersuchungen und deren Beurteilung erfolgen zur Patientensicherheit doppelt und werden von der medizinisch-technischen Assistentin und vom Arzt beurteilt. Das Institut stellt zudem den Transfusionsverantwortlichen Arzt und den Qualitätsbeauftragten für das Transfusionswesen für das Krankenhaus Nordwest.
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Liquordiagnostik
Untersucht werden bei der Liquoruntersuchung Parameter wie Glucose, Lactat, Proteine, infektionsserologische Antikörper und oligoklonale Antikörper zur Erkennung und Differenzierung von eigenständigen Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) bzw. von Erkrankungen des Gesamtorganismus, die auch das ZNS befallen haben. Darüber hinaus werden erregerspezifische Liquor-Serum-Indizes (AI) berechnet Alle diese Untersuchungen bedürfen der ausführlichen laborärztlichen Interpretation im Kontext der bei den betroffenen Patienten bestehenden Symptome.
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Funktionstests
Im Institut wird ein breites Spektrum von Funktionsuntersuchungen zur Prüfung endokriner Organe, des Kohlenhydratstoffwechsels und zur Erkennung von Erkrankungen des Darmes vorgehalten und diagnostisch durchgeführt.
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Proteindiagnostik
Der Nachweis von Proteinen des Blutplasmas durch selektive immunturbidimetrische Bestimmung oder nach elektrophoretischer Auftrennung erfolgt zur Erkennung von Dysproteinämien. Diese können Folge eines angeborenen Defektes (u.a. eines Immunglobulinmangels, der eine Immunschwäche verursacht), einer neoplastischen Neubildung (z.B. Paraproteine beim multiplen Myelom) oder eines entzündlichen Geschehens (Erhöhung des C-reaktiven Proteins bei Infektionserkrankungen) sein.
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Tumormarker und Hormone
Mittels enzymimmunologischer Verfahren wird im Institut ein breites Spektrum von Tumormarkern und Hormonen bestimmt. Tumormarker dienen prä- und post-operativ sowie unter Chemotherapie zur Beurteilung des therapeutischen Erfolges und der Remission einer Krebserkrankung. Einen hohen Stellenwert haben Tumormarker beim kolorektalen Karzinom, Bronchialkarzinom, Prostatakarzinom, Pankreaskarzinom, Ovarialkarzinom, Mammakarzinom und bei Tumorpatienten mit Knochenmetastasen. Der Konzentrationsabfall im Verlauf nach Therapie ist ein gutes Signal.
Hormonbestimmungen werden bei Verdacht auf eine Störung der endokrinen Organe durchgeführt. Zahlenmäßig am Häufigsten ist die Funktionsdiagnostik der Schilddrüse. Daneben werden auch eine ganze Reihe von endokrinologischen Spezialuntersuchungen und Funktionsteste im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik angeboten und durchgeführt.
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Point of Care
Als "point-of-care" Diagnostik wird die rasche automatisierte Durchführung wichtiger Untersuchungen, wie z.B. des Blutzuckers und der Blutgase durch Ärzte und Pflegepersonal direkt am Patientenbett oder auf bestimmten Stationen und Funktionsabteilungen bezeichnet. Das Labor gewährleistet hier im Rahmen der Qualitätssicherung die Kalibration und Wartung der Point of Care-Systeme.
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Infektiologie, mikrobiologische Diagnostik und nosokomiale Infektionssurveillance und Krankenhaushygiene
Die vielfältigen Fragen und Probleme der Prävention, Epidemiologie und Diagnostik von Infektionskrankheiten sowie der verantwortungsvolle Einsatz von Antiinfektiva stehen heute wieder zunehmend im Blickpunkt eines modernen Krankenhausmanagements. Das Zentralinstitut für Laboratoriumsmedizin übernimmt dabei wichtige diagnostische und konsiliarische Aufgaben bei der Betreuung und Beratung der klinisch tätigen Kollegen in infektiologischen, antibiotisch-therapeutischen und mikrobiologisch-diagnostischen Fragen. In enger Zusammenarbeit mit den Hygienefachkräften und dem beratenden Krankenhaushygieniker kommt dem Institut zudem eine Schlüsselfunktion in der Prävention von nosokomialen Infektionen sowie in der angewandten krankenhaushygienischen Versorgung des Krankenhauses zu. Im Rahmen der Infektionssurveillance erstellt das Zentrallabor abteilungsbezogene Erreger- und antibiotische Resistenzstatistiken für das Krankenhaus Nordwest und das Hospital zum heiligen Geist. Der Leiter der Laboratoriumsmedizin ist zudem Hygieneverantwortlicher Arzt des Krankenhauses Nordwest.
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Mikrobiologie
Der direkte Nachweis von Krankheitserregern aus menschlichem Probenmaterial von Patienten mit Verdacht auf Infektionen ist nach wie vor ein wichtiger Baustein in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen durch infektiöse Mikroorganismen. Kulturelle Verfahren werden dabei immer noch als ein Goldstandard in der Infektionsdiagnostik angesehen und umfassen die Erregeranzucht z.B. aus Wundabstrichen, Blut, Liquor, Atemwegsmaterialien, Stuhl und Urin. Erst nach dem Anwachsen der Erreger sind sie einer weitergehenden Differenzierung und Empfindlichkeitstestung gegen die zur Behandlung von Infektionen eingesetzten Antiinfektiva zugänglich. Der Nachweis von Erregern aus dem Blut (Blutkultur) erfolgt teilautomatisiert, um die Detektionszeiten zu verkürzen. Auch die biochemischen Identifizierungen und die standardisierte Empfindlichkeitstestung von Mikroorganismen werden unter Zuhilfenahme von automatisierten Analysesystemen vorgenommen. Auf diese Weise ist es möglich, die behandelnden Ärzte in vielen Fällen bereits nach 12-24 Stunden mit diagnostischen Ergebnissen zu versorgen. Im Zeitalter multiresistenter Erreger hat die medizinische Mikrobiologie in den letzten Jahren eine kontinuierliche Renaissance erlebt. Ihr kommt deshalb - abgesehen von ihrer entscheidenden Bedeutung für die Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten innerhalb und außerhalb des Krankenhauses - gerade auch für das Hygienemanagement in medizinischen Einrichtungen wachsende Bedeutung zu. Neben dem diagnostischen Nachweis von Infektionserregern steht im medizinischen Alltag vor allem die Beratung der klinisch tätigen Kollegen in Fragen der individuellen Therapie von Infektionserkrankungen mit geeigneten Antiinfektiva und in angewandten Fragen der Hygiene und Infektionsprävention als wichtige ärztliche Aufgabe im Vordergrund. Neben telefonischen Diagnostik- und Therapieempfehlungen findet dabei auch eine direkte konsiliarische Betreuung vor Ort statt.
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Serologie
Zwar gilt der Direktnachweis von Erregern durch die Kultur als Goldstandard der mikrobiologischen Diagnostik. Bei einem Teil der bakteriellen Infektionskrankheiten (z. B. Borreliose) sind die Mikroorganismen allerdings nur begrenzt nachweisbar, oder der direkte Erregernachweis ist wegen der anspruchsvollen Kultureigenschaften nur schwer möglich. Mikroorganismen regen allerdings das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an, deren Aufgabe es ist, die Erregerelimination zu begünstigen. Der Nachweis von Antikörpern gegen Infektionserreger lässt sich in Abhängigkeit von Konzentration und Spezifität auch diagnostisch nutzen und gibt Hinweise, ob eine akute oder chronische Infektion vorliegt und welcher Erreger die Infektion verursacht hat. Wichtige Infektionen, die so nachgewiesen werden können, sind Virushepatitiden, Röteln-, Herpes- und Varizelleninfektionen sowie die HIV-Infektion. Auch der Nachweis von Autoantikörpern bei Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes erfolgt mit serologischen Spezialverfahren. Weitere Indikationen für serologische Erregernachweise sind die Diagnostik von immunpathologischen Folgeerkrankungen nach einer Infektion, deren ätiologische Abklärung anderweitig nicht mehr möglich ist (z.B. reaktive Arthritis nach infektiöser Gastroenteritis) oder auch die Kontrolle des Impferfolges nach Schutzimpfungen.
Das Zentralinstitut für Laboratoriumsmedizin hält eine große Anzahl von serologischen Testverfahren für die Diagnostik von 50 verschiedenen Infektionserregern (Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze) vor.
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Molekulare Diagnostik
In vielen Bereichen der medizinischen Mikrobiologie und Laboratoriumsmedizin haben schnelle molekularbiologische Nachweisverfahren bereits jetzt ihren festen Platz. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, infektiöse Mikroorganismen durch erregerspezifische Nukleinsäurenachweise (z.B. PCR) schneller zu diagnostizieren und zu identifizieren als mit der klassischen Kultur. Dies gilt für langsam wachsende Organismen (z.B. M. tuberculosis) genauso wie für virale Erreger (z.B. HSV, Hepatitis- und Influenzaviren) und seltene oder schwer anzüchtbare Organismen wie z. B. Toxoplasma gondii oder B. burgdorferi. Mittels molekularer Untersuchungen können in bestimmten Fällen auch Informationen zur antibiotischen Resistenz bestimmter Krankheitserreger gewonnen werden. Das Institut für Laboratoriumsmedizin hält ein umfassendes diagnostisches Angebot an molekularen Nachweismethoden vor. Der molekularbiologische Erregernachweis ist z.B. dann besonders sinnvoll, wenn wegen einer bereits begonnenen antibiotischen Therapie ein konventioneller Erregernachweis nicht mehr aussichtsreich erscheint (z. B. bei scheinbar "steriler" Meningitis). In diesem Zusammenhang stellt der Nachweis langsam wachsender und schwer anzüchtbarer Mikroorganismen (z.B. Legionellen, Tuberkuloseerreger, virale Erreger) eine wichtige diagnostische Indikation dar. Aus primär sterilen Patientenmaterialien wie Gelenkpunktaten, Hirnabszessen, Blut und Biopsien aber auch aus der Kultur ist es zudem möglich, mittels einer so genannten "universellen" PCR für Bakterien und Pilze eine Vielzahl bakterieller und fungaler Erreger direkt nachzuweisen und durch nachfolgende molekulare Charakterisierung zu identifizieren. Schnelle Verfahren für den Nachweis des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) und der pandemischen Influenza (Mexikogrippe) sind gleichfalls verfügbar.
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Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung
Unsere Laboranalytik ist nach ISO 9001:2008 zertifiziert und unterliegt der internen und externen Qualitätskontrolle als Teil eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems. Im Rahmen externer Qualitätssicherungsmaßnahmen nimmt das Labor regelmäßig und erfolgreich an den durch INSTAND e.V. (Düsseldorf) und durch die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) organisierten Ringversuchen teil.
Das Labor führt zudem in Zusammenarbeit mit der DGHM und INSTAND e.V. (Düsseldorf) selbst deutschlandweit infektionsserologische Ringversuche für bakterielle Infektionserreger im Rahmen externer Qualitätssicherungsmaßnahmen durch.
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